Sie sind sozusagen das Aschenputtel der Kommunikation – PowerPoint-Folien. Meistens kommen sie überhaupt nicht zu Geltung, dabei könnten sie strahlen! … Aber man läßt sie nicht, überlädt sie mit Text, quetscht vielleicht noch eine verpixelte Grafik dazwischen und gibt dem Publikum zu wenig Zeit, sie wahrzunehmen. Kann man das ändern? Aber ja. Es fängt damit an, daß man rechtzeitig anfängt. Wann basteln Sie die Folien für eine Präsentation? Ehrlich? Zwei Tag vor dem Ereignis, wie die meisten? Tja, das kann einfach nichts werden.
Und dann versuchen Sie natürlich Ihren Vortragstext komplett auf die Folien zu bringen. Warum eigentlich? Weil die meisten hinterher die Folien zugeschickt bekommen wollen, stimmt’s? Aber wozu halten Sie dann eigentlich noch Ihren Vortrag? Folien, die es erlauben, den Vortrag nachzulesen, sind eigentlich Dokumente. Wer die lesen will, kann das in Ruhe im Büro tun. Wenn Sie einen Vortrag halten, dann wollen Sie etwas damit bewirken, und dabei müssen ihnen die Folien helfen. Sie müssen also einen Appell enthalten, und der muß klar erkennbar sein. Deshalb darf die Schrift nicht zu klein sein. Eine Regel lautet: Alter des ältesten Zuhörers geteilt durch zwei ist gleich Mindestschriftgröße. Und 25 bis 30 Punkten wird also kaum etwas gehen. Sehen Sie es als Chance: So paßt nicht viel Text auf die Folie, und das bewahrt die Zuhörer davor, daß sie mitlesen, statt Ihnen zuzuhören. Weniger Text ist mehr. Schauen Sie sich die Präsentationen des verstorbenen Steve Jobs an; da stand manchmal nur ein einziges Wort auf der Folie, und das hat man sich dann gemerkt. Nehmen Sie sich ein Beispiel daran. Die Folie ist keine Zeitung, sondern eine Tapete, die dafür sorgt, daß man ihre Botschaft klar vernimmt.
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