Jede Botschaft will richtig überbracht werden!
Wie in der Musik folgt auch die sprachliche Darbietung einer bestimmten Dramaturgie. Die wichtigen Passagen eines Satzes wollen in Szene gesetzt, das heißt, richtig betont werden.
Wo diese Betonungen zu setzen sind, in welcher Intensität und welcher Länge, das zeichnen Komponisten in ihren Partituren mit vielen verschiedenen Zeichen für die Musiker ein. Da gibt es Zeichen für piano und pianissimo, forte und fortissimo, da finden sich Pausenzeichen, die Stille für einen Viertel-, halben oder ganzen Takt einfordern. Da gibt es Punkte, die Synkopen, leichte Verzögerungen anmahnen. Die Platzierung der Noten gibt an, wie hoch welcher Ton zu spielen ist.
Ähnliche Zeichen kann auch jeder Redner für sich nutzen. Pfeile, die nach oben und unten zielen, können Sie daran erinnern, dass Sie an dieser Stelle Ihre Stimme heben oder zum Beispiel am Satzende senken. Ein Doppelpunkt kann Ihnen als Pausenzeichen dienen.
Vor allem die Kunst der Pause wird oft unterschätzt: Denn nichts fördert die Aufmerksamkeit der Hörer auf einfachere Weise als ein kurzes Schweigen an der richtigen Stelle. Je bewusster Sie mit diesen rhetorischen Mitteln umgehen, desto virtuoser können sie mit ein wenig Übung auf der Klaviatur der Sprache spielen!
Artikel als mp3 herunterladen