Das Telefon klingelt, und es meldet sich ein Journalist. Was tun Sie? Sie rufen zurück. Schon aus Prinzip. Kein Journalist kann erwarten, daß Sie als vielbeschäftigte Führungskraft spontan Zeit haben, Fragen zu beantworten. Wie ist der Mann überhaupt bis zu Ihnen durchgekommen? Waren Sie vielleicht zu freigebig mit Ihrer Handynummer gewesen? Vielleicht nutzen Sie die Gelegenheit und lassen sich eine neue geben. Dann können sie erst einmal gründlich aussortieren, wem sie sie geben und wem nicht. Aber zurück zum Journalisten. Sie rufen zurück. Wenn Sie möchten, können Sie nun die Presseabteilung einschalten. Das hat den Vorteil, daß die Mitarbeiter dort das Interview, das folgen soll, für Sie vorbereiten können. In den meisten Fällen ist das ratsam.

Die Presseabteilung kann auch herausfinden, was der Journalist eigentlich will: nur ein Statement? Ein ganzes Interview? Oder nur Hintergrundrecherche, eine Einschätzung? Die Presseabteilung wird auch daran denken zu fragen, in welchem Zusammenhang Ihre Antworten verwendet werden sollen. Kommen noch andere Unternehmens- oder Branchenvertreter zu Wort? Ist der Beitrag termingebunden? Auf jeden Fall haben Sie jetzt Zeit, sich zu überlegen, was Sie eigentlich sagen wollen. Das können und sollten Sie selbst dann, wenn Sie die Fragen des Journalisten noch nicht kennen, denn alles, was Sie am Telefon sagen, muß zitierfähig sein. Das gilt selbst dann, wenn der Journalist so tut, als würde er nur eine Hintergrundmeinung einholen. Streng genommen muß der, der Sie zitiert, Ihre Genehmigung einholen. In der Praxis kann sich der Journalist aber in der Regel darauf berufen, daß Ihnen klar war, daß er sie zitieren würde. Vorbereitung ist also alles, auch beim Telefoninterview. Nehmen Sie sich die Zeit dafür!

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